Ratgeber

Parfum richtig testen: Die ersten zwei Minuten entscheiden nichts

Ein Duft verändert sich über Stunden und riecht auf jeder Haut anders. So testest du ein Parfum, bevor du dich festlegst: zuhause mit Proben und Discovery Sets oder bei uns im Laden.

Von Tamea 5 Min. Lesezeit

Parfum wird in einer Boutique auf das Handgelenk einer Kundin gesprüht

Ein Parfum, das dich am Teststreifen nach zwei Minuten überzeugt, kann dich nach zwei Stunden auf der Haut langweilen. Umgekehrt gibt es Düfte, die erst sperrig wirken und am Abend genau richtig sind. Unser wichtigster Rat in der Beratung lautet deshalb: Entscheide nie in den ersten zwei Minuten. Erst testen, dann kaufen.

Wie testet man ein Parfum richtig?

Ein Parfum testest du richtig, indem du es auf deiner eigenen Haut trägst und ihm einen ganzen Tag Zeit gibst. Das klingt aufwendig, ist aber in fünf Schritten erledigt:

  1. Vorauswahl auf dem Teststreifen. So sortierst du schnell aus, was dir gar nicht liegt.
  2. Zwei bis drei Favoriten auf die Haut. Ein Sprühstoß pro Stelle, zum Beispiel linkes Handgelenk, rechtes Handgelenk und Armbeuge.
  3. Nicht verreiben. Lass den Duft einfach an der Luft trocknen.
  4. Warten. Riech nach zehn Minuten, nach einer Stunde und nach vier bis sechs Stunden noch einmal.
  5. Den Favoriten einen ganzen Tag tragen. Erst dann weißt du, ob er zu dir und in deinen Alltag passt.

Warum riecht ein Parfum nach einer Stunde anders?

Ein Parfum riecht nach einer Stunde anders, weil seine Bestandteile unterschiedlich schnell verfliegen. Parfumeure ordnen sie deshalb in drei Phasen: Kopf, Herz und Basis. Was du im ersten Moment riechst, ist nur der Anfang.

Phase Wann du sie riechst Typische Noten
Kopfnote sofort, etwa die ersten 10 bis 30 Minuten Zitrusfrüchte, Kräuter, leichte Früchte
Herznote danach, über die nächsten Stunden Blüten, Gewürze, Tee
Basisnote zuletzt, oft bis zum Abend Hölzer, Harze, Vanille, Moschus

Die Zeiten sind Richtwerte, kein Fahrplan. Den späten Teil nennt man Drydown: das, was nach Stunden auf der Haut übrig bleibt. Mit dem Drydown lebst du am längsten, also sollte er dir mindestens so gut gefallen wie der Auftakt. Ein Duft ist dann der richtige, wenn er dir in allen drei Phasen gefällt.

Warum riecht derselbe Duft bei jedem anders?

Derselbe Duft riecht bei jedem anders, weil die Haut mitarbeitet. Hautfette, Feuchtigkeit, pH-Wert und Körperwärme beeinflussen, welche Noten sich zeigen und wie schnell sie verfliegen. Das nennt man Hautchemie. Ein Parfum, das an deiner besten Freundin cremig und weich wirkt, kann an dir herber oder süßer ausfallen.

Das gilt auch für Haltbarkeit und Sillage. Sillage ist die Duftspur, die du im Raum hinterlässt. Beide fallen von Mensch zu Mensch verschieden aus, selbst beim selben Duft und derselben Menge. Bewertungen im Netz sind deshalb ein Anhaltspunkt, mehr nicht. Verlassen kannst du dich nur auf den Test an dir selbst.

Teststreifen oder Haut?

Der Teststreifen ist für die Vorauswahl da, die Haut für die Entscheidung. Auf Papier riechst du einen Duft ziemlich neutral und kannst mehrere schnell vergleichen. Wie er sich entwickelt, wie lange er hält und wie er an dir wirkt, zeigt dir aber nur die Haut. Beschrifte deine Streifen und riech später am Tag noch einmal daran. Was dir dann noch gefällt, kommt auf die Haut.

Wie viele Düfte kannst du auf einmal testen?

Auf der Haut solltest du höchstens zwei bis drei Düfte gleichzeitig testen. Die Nase gewöhnt sich schnell an Gerüche, und nach dem vierten oder fünften Duft riecht vieles nur noch ähnlich. Verteile die Düfte auf Stellen mit etwas Abstand, damit sie sich nicht mischen, und geh zwischendurch an die frische Luft.

Welche Rolle spielt die Jahreszeit?

Die Jahreszeit verändert, wie stark und wie lange du einen Duft wahrnimmst. Wärme lässt ein Parfum schneller und kräftiger abstrahlen, Kälte dämpft es. Ein schwerer Duft mit Harzen und Vanille kann im Hochsommer erdrückend wirken und im Januar genau richtig sein. Teste einen Duft deshalb möglichst in der Jahreszeit, in der du ihn tragen willst.

Wie testest du zuhause am besten?

Zuhause testest du am besten mit Proben, weil du einen Duft dann über mehrere Tage tragen kannst: im Büro, beim Sport, am Abend. Von den meisten Düften in unserem Sortiment gibt es eine 3-ml-Probe. Die reicht für mehrere Tage und kostet einen Bruchteil des Flakons.

Wenn du noch gar nicht weißt, in welche Richtung es gehen soll, ist ein Discovery Set der bessere Einstieg. Darin stecken mehrere Düfte einer Marke oder zu einem Thema. Du riechst dich in Ruhe durch, merkst, welche Duftfamilie dir liegt, und bestellst danach gezielt den Flakon.

Wie läuft das Testen bei uns im Laden?

Im Laden testest du mit Beratung: Du erzählst uns, was du magst und was nicht, und wir suchen passende Düfte heraus. In unserer Boutique in Mannheim, Elisabethstraße 7, stehen die Düfte zum Ausprobieren bereit. Wir sprühen deine Favoriten auf die Haut, und du nimmst dir die Zeit, die der Duft braucht.

Niemand muss sich bei uns am selben Tag entscheiden. Geh mit dem Duft auf der Haut nach Hause, schlaf eine Nacht darüber und komm wieder oder bestell online. Alle Adressen und Öffnungszeiten findest du unter Standorte.

Erst testen, dann kaufen

Trag deinen Wunschduft ein paar Tage im Alltag, bevor du dich für den Flakon entscheidest.

Proben entdecken

Häufige Fragen zum Parfum-Test

Wie lange sollte man ein Parfum testen?

Mindestens einen ganzen Tag. Nach zehn Minuten kennst du die Kopfnote, nach einer Stunde das Herz und erst nach einigen Stunden den Drydown. Wenn du unsicher bist, trag den Duft an zwei oder drei verschiedenen Tagen.

Wo trägt man Parfum zum Testen auf?

Auf die Innenseite des Handgelenks oder in die Armbeuge. Die Haut ist dort warm, und du kommst zum Riechen gut heran. Verreib den Duft nicht, sondern lass ihn trocknen.

Kann ich Parfum auf Kleidung testen?

Nur als Ergänzung. Auf Stoff hält ein Duft oft länger und verändert sich weniger, weil die Haut nicht mitarbeitet. Wie er an dir riecht, erfährst du so nicht.

Warum hält ein Parfum bei mir kürzer als bei anderen?

Haltbarkeit hängt von deiner Haut ab, vom Duft selbst und von seiner Konzentration. Trockene Haut gibt einen Duft meist schneller ab. Eine unparfümierte Lotion darunter hilft, und manche Düfte sind von Natur aus leichter als andere.

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